Haidhausen und die Au haben sich von Arbeiter-Vorstädten zu begehrten Wohnvierteln entwickelt. Spaziert man durch die Gassen mit kleinen Geschäften und grünen Innenhöfen, hat man fast das Gefühl, in einem Dorf mitten in der Stadt zu ein.

Um 808 das erste Mal urkundlich erwähnt, ist Haidhausen wesentlich älter als das Kerngebiet Münchens. Zusammen mit der benachbarten Au und Giesing gehörte es lange Zeit zu den Vorstädten Münchens, bis alle Mitte des 19. Jahrhunderts in die Stadt eingemeindet wurden.

Außerhalb des Altstadtkerns, auf der rechten Seite der Isar, lebten einst Tagelöhner, ausländische Gastarbeiter und vom Land Zugezogene. Jahrhundertelang verdienten sie mit dem Abbau von Kies und Lehm ihren Lebensunterhalt. Die Wasserkraft der Isar und ihrer Nebenarme nutzend, siedelten sich Gewerbe wie Gerbereien und Fischereien an.

Aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen die liebevoll restaurierten Herbergshäuser. Der malerische Charme, den die niedrigen Häuschen heute ausstrahlen, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier einst ärmlichste Wohnverhältnisse herrschten.